Mein Sportkonzept geht derzeit irgendwie nicht so richtig auf. Ende Mai habe ich wenigstens noch mindestens einen Lauf in der Woche hinbekommen. Im Juni finde ich aber derzeit Ausreden, selbst wenn keine da sind. Mal regnet es tatsächlich oder die Wetterapp zeigt zumindest eine Regenwahrscheinlichkeit größer Null an, mal ist es zu warm, mal habe ich im Laufe des Tages irgendwas vor und manchmal ziehe ich den Spaziergehen-Joker, das ist ja schließlich auch Bewegung. In den letzen zwei Wochen, inklusive Feiertagen habe ich es auf ganze Null Laufkilometer gebracht. So wird das nix mit meinem Abnehmprogramm. Auf die Waage traue ich mich ohnehin schon lange nicht mehr. Aber dieses Wochende habe ich mich tatsächlich wieder aufraffen können. Gestern eine kleine Runde zum Warmwerden und heute immerhin eine Runde an der Sieg mit insgesamt 16 Kilometern. Uns das bei strahlendem Sonnenschein. Los ging es noch vor dem Frühstück, warm genug war es da allerdings auch schon.

Es ist Sommer

Da laufe ich ich so schön gemütlich durch die Felder und Wiesen der Gegend, bestaune die Bauarbeiter, die auch sonntags an der Siegbrücke für die Eisenbahn arbeiten, denke mal an Dieses, mal an Jenes und plötzlich traue ich meinen Ohren nicht mehr. Sollte ich wirklich in den Flow geraten sein, meinen Umkehrpunkt verpasst haben, aus Versehen den Rhein entlang, über den Ärmelkanal (wie auch immer das gehen sollte) und dann über die Insel bis zum River Spey in den Highlands gelaufen sein? Auf jeden Fall ertönen unterhalb der Brücke, auf der ich mich gerade befinde, untrüglich Dudelsack-Klänge. Das musste ich näher erforschen, bin abgebogen und habe nach kurzer Zeit tatsächlich die Quelle gefunden. Dass ich nicht in Schottland gelandet bin, konnte ich schon an den Strassenschildern erkennen. Die Schotten mögen speziell sein, aber eine Strasse „an der Siegfähre“ zu nennen, nein, das wird wohl nicht passieren. Unterhalb der Brücke fand ich dann die Lösung. Keine Highlander, sondern eine Familie, die gemeinsam Dudelsackspiele übt. Unter der Brücke stört es niemanden, es ist immer trocken und der Sound ist ziemlich gut. Ich habe dann sogar noch ein extra Lied vorgespielt bekommen. Ich hoffe, meine Bildbearbeitung mit schwarzen Gesichtern reicht, um die Persönlichkeitsrechte der Musiker zu schützen….

Highlands oder doch die Sieg?

Auf dem weiteren Weg nach Hause musste ich dann leider feststellen, dass 16 km ganz schön lang sein können, wenn man nicht gut trainiert ist. Am Ende war es ziemlich anstrengend, ein gefühlter, kleiner Marathon für mich sozusagen. Und Hitzeläufer war ich sowieso noch nie. Aber, Hauptsache angekommen. Beim nächsten Mal wird es wieder besser klappen.

In Sachen China-Einsatz hat sich übrigens auch noch nicht viel getan. Derzeit prüft die Firma, ob und wann es möglich sein wird, wieder einzureisen. Das könnte ganz schnell gehen, aber genauso gut auch noch Monate dauern. Zwischen nächstem Monat und nächstem Jahr ist sozusagen alles denkbar. Glücklicherweise ist es zu Hause ja auch schön und so kann man relativ gelassen abwarten, was passiert. Langeweile habe ich zumindest nicht. Es nervt allerdings ein wenig, dass das gut geplante und vorbereitete Jahr 2020 komplett anders verläuft als gedacht. Aber sicher gibt es viele Menschen, die es in diesem Jahr deutlich härter erwischt hat.