Im Gegensatz zu meinen China-Aufenthalten in 2020/2021 fühlt es sich dieses Mal wie eine lange Dienstreise an, was es ja tatsächlich auch ist. Dafür ist mein Hotel aber auch in absolut zentraler Lage im Bezirk Jing‘an, direkt am gleichnamigen Tempel. Wie ich inzwischen feststellen konnte, sind viele meiner Lieblingsorte, Restaurants und Bars zu Fuss zu erreichen. Statt immer erst eine halbe Stunde mit der Metro unterwegs sein zu müssen. Da hätte ich damals vermutlich locker den ganzen Reiseführer abarbeiten können und keine Lücken mehr gelassen. Die ich leider auch in 2022 nicht schliessen werde, da ich das gute Buch doch wirklich zu Hause vergessen habe.
Einziger Nachteil des Hotels: es gibt keine Waschmaschinen. Und die Preise für den Wäscheservice sind jenseits von Gut und Böse.


Da mir das schon am Anfang klar war, habe ich mich bereits an den ersten Tagen auf die Suche nach einer Waschgelegenheit gemacht. Im Internet konnte ich schnell ein paar Adressen finden und diese bei den ersten Spaziergängen abklappern. Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn die ersten Waschsalons der Liste existierten gar nicht mehr oder waren in geschlossenen Compounds, die nur die Anwohner betreten dürfen. Aber, so konnte ich viele Schritte sammeln und wurde am Ende doch noch fündig. Zweimal war ich dort schon waschen und muss wohl noch mal hin. Oder 10 Unterhosen und Socken kaufen. Oder seltener wechseln.

Alles in allem habe ich bisher nicht so viele freie Tage gehabt, die kurze Reisezeit muss voll genutzt werden. Ich bin ja auch nicht zum Vergnügen hier, sondern soll arbeiten. Wenn ich denn aber frei habe, bin ich viel zu Fuss unterwegs. Mangels Reiseführer allerdings meist an Orten, die ich schon kenne. Zum Beispiel am Bund, dem Flussufer mit den Postkartenmotiven. Am Wochenende vor 9:00 Uhr morgens ist es dort auch noch angenehm leer. Im Laufe des Tages ändert sich das dann noch.
Trotz der Coronalage, die seit der Golden Week etwas angespannt ist. Viele Fälle gibt es zwar nicht, aber ist einer gefunden, wird konsequent und weiträumig isoliert. Ich mache aktuell täglich einen PCR-Test, je nachdem was man machen will, ist das erforderlich und schaden kann ein lückenloser Testnachweis auch nicht. Zur Sicherheit halte ich an allen Tempeln einmal kurz an.

























